Rabeneick Lastboy
1957 als Nachfolger der Zündapp Combinette eingeführt, erfreute sich der Rabeneick Lastboy immer größerer Beliebtheit. Anfänglich nur mit einem 1,25 PS starken Motor von Sachs bestückt, wurde während seiner Dienstzeit die Leistung auf 2,3 PS ausgebaut. Das Triebwerk war handgeschaltet und besaß zwei Gänge (später auch vereinzelt drei). Die Kraft wurde über die beiden 23 Zoll Räder zuverlässig auf die Straße übertragen. Selbst mit kleinstem Motor und einer Zuladung von 20 kg waren kleiner Berge kein Problem, was bei 64 kg Eigengewicht schon recht erstaunlich ist. Bei größeren Steigungen musste jedoch zur Unterstützung in die Pedale getreten werden.

Der Lastboy ist als Transportversion der Rabeneick Binetta III anzusehen. Er verfügte über einen stabilen Rohrgepäckträger über dem Vorderrad, der sich bei Bedarf mühelos abschrauben ließ und das Moped um Handumdrehen zu einem handelsüblichen Straßenflitzer machte.

Im Gegensatz zum späteren Herculesmodell war von Rabeneick kein Beinschild vorgesehen. Die Beleuchtung lieferte die Firma Impex. Ein deutlicher Unterschied zeigte sich auch im hinteren Teil des Rahmens. Die Stoßdämpfer sind um einiges kürzer, als bei späteren Modellen. Ebenso untescheidet sich der Kettenkasten. Bei den ersten Modellen wurde auch noch ein Fußbremszug anstelle eines Gestänges verbaut. Ein Spanngurtsystem wurden bei den ersten Modellen dieser Art noch nicht verbaut. Für den vorderen Gepäckträger gab es ergänzend entweder ein Metallkiste aus Stahlblech oder einen Korb mit Plane. Beides wurde bei der Bundespost eingesetzt. Die Kiste war verschließbar und bot empfindlicher Fracht ausreichend Schutz vor schlechtem Wetter. Sollte doch Feuchtigkeit in die Kiste gelangen, so waren zum Ablassen des Wassers kleinere Löcher eingearbeitet. Des Weiteren besaß der Lastboy noch kein Werkzeug- bzw. Brieffach unter dem hinteren Gepäckträger. Der Fahrersitz war ungefedert und spürbar härter, als beim späteren Herculesmodell.

Mitte der 60er Jahre wurde die Firma Rabeneick von Fichtel & Sachs übernommen, der auch die Nürnberger Hercules Werke unterstanden. Somit lief ab 1966 der Lastboy mit einem Hercules Logo auf dem Tank vom Band.


Rabeneick Lastboy


Rahmen

Hersteller: Rabeneick
Modellbezeichnung: Lastboy
Typ: -
Baujahr: 1957 - 1964
Tankinhalt: 6,7 Liter inkl. 0,7 Liter Reserve
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
Kette:1/2 x 3/16
Räder: 23"
Bereifung: 19" x 2,25"
Besonderheiten: im Gegensatz zum Hercules Lastboy schmalere Hinterschwinge, kürzere Stoßdämpfer, andere Sattel, andere Tankform, kein Beinschild, kein Wertebrieffach, anderes Rücklicht, schmalerer Auspuff, anderer Kettenkasten, kleinere Radnaben; Zivilausführung hatte im Gegensatz zur Postausführung Alufelgen, Fußbremszug und wurde auch mit Holzkiste ausgeliefert

Motor

Hersteller: Fichtel & Sachs
Typ: 50/2 MB oder 50/3 MB
Getriebe: 2-Gang oder 3-Gang
Leistung: 1,6 - 2,3 PS
Hubraum: 47 ccm
Bohrung: 38 mm
Hub: 42 mm
Spülverfahren: Zweitakt-Umkehrspülung
Verdichtung: 9:1
Kraftstoffverbrauch: 1,8 - 2,0 Liter auf 100 km
Motorschmierung: Mischungsschmierung 1:25
Kupplung: 2-Scheiben-Lamellenkupplung im Ölbad
Untersetzung: 1 : 3,88
Elektrische Anlage: BOSCH-Magnetzündung 6V 15/3/5 W
Kontaktabstand: 0,4 mm
Zündzeitpunkt: 1,5 - 2 mm (20°-23°) vor OT
Vergaser: Bing 1/12/132
Hauptdüse: 60
Nadeldüse: 1717
Nadelstellung: 2