Lutz-Moped
In Heft 11/1954 der "Zeitschrift für das Post- und Fernmeldewesen" wird auf Seite 424 berichtet: "Besondere Beachtung finden unsererseits z. Z. die Mopeds, eine Form des Fahrrads mit Motorantrieb... Eine erstmalige Erprobung des Lutz-Mopeds in der Landzustellung hatte jedenfalls Anfangserfolge." (S. 424). Schon 1956 wird berichtet, daß Motorfahrräder, "also das Fahrrad, in das man mehr oder minder behelfsmäßig irgendeinen Einbaumotor einsetzte, das man mit einigem Zubehör ausstattete und als Motorfahrrad mit Tretkurbeln dann auf den Markt brachte..." kaum mehr gefertigt werden (ZPF 22/1956, S. 855). Auch aufgrund der Typenbeschränkung kann man davon ausgehen, daß dies eine kleine Episode war und solche Typen nicht mehr beschafft wurden.

Der Gründer der in Braunschweig OT Kralenriede seinerzeit ansässigen LUTZ GmbH war Dr. Otto Lutz. Dieser Herr war Professor an der Techn. Hochschule Braunschweig und war Konstrukteur der LUTZ-Motoren.

Anfangs wurden kleine 58 ccm Einbaumotoren hergestellt - ab etwa 1949 auch Kleinroller. Fahrräder hat man, dem allg. Trend folgend, ab etwa 1950 im Programm.

Im Jahr 1953 hat man dann auch drei Mopedmodelle im Programm, die von einem selbst gefertigten 49,3 ccm Eingangmotor angetrieben werden.

Die P53 Standard und die RE53 Export verfügen über einen Doppelrohrrahmen, welcher den Motor zwischen den Rohren trägt. Bei dem Modell Standard hängt ein kleiner kastenförmiger 3 Liter Kraftstoffbehälter am Oberrohr - das Modell Export besitzt hingegen schon einen echten 5 Liter Mopedtank. Beim dritten Modell der Palette, der P53 Sport verzichtete man auf das sichtbar heruntergezogene und leicht geschwungene Unterrohr. Bei der "Sport" verläuft das Unterrohr über dem Motor hin zum Rahmenkopf und bildet so mit dem Rahmentank eine geschlossene Einheit.

Während der Rahmendurchstieg bei solchen "Fahrrad-Mopeds" eigentlich tief heruntergezogen und daher recht geräumig ist, ist dieser bei den LUTZ-Mopeds - damals recht untypisch - wohl wegen der eigenartigen Motoranordnung nur von geringer Größe... Die Rahmen als Fahrgestell werden übrigens von der Bielefelder Fahrradmanufraktur "Rapier" geliefert.

Wegen der überwältigenden Konkurrenz im Moped und Moped-Motorenbau (Hercules, Zündapp, NSU, Heinkel) stellt die Fa. LUTZ ihre Produktion bereits 1954 - also während des eigentlichen Mopedbooms ′54/′55 - schon wieder ein...


Lutz-Moped


Rahmen

Hersteller: Bielefelder Fahrradmanufraktur "Rapier"
Modellbezeichnung: -
Typ: -
Baujahr: 1953
Tankinhalt: 3 Liter
Höchstgeschwindigkeit: 24 km/h
Kette:1/2 x 3/16
Räder: 26"
Bereifung: 26" x 2,00"
Besonderheiten: -                                                                  

Motor

Hersteller: Lutz GmbH Braunschweig
Typ: P53 Standard Einbaumotor
Getriebe: 1-Gang
Leistung: ca. 1,5 PS bei 4000 U/min
Hubraum: 49,3 ccm
Bohrung: 40 mm
Hub: 38,5 mm
Spülverfahren: Umkehrspülung mit Flachkolben
Verdichtung: 1:6,5
Kraftstoffverbrauch: ca. 1,4 Liter auf 100 km
Motorschmierung: Mischungsschmierung 1:25
Kupplung: Stahlkonuskupplung im Ölbad
Untersetzung: ?
Elektrische Anlage: Schwungrad-Lichtmagnetzünder 6 Volt 6 Watt Rücklicht
Kontaktabstand: ?
Zündzeitpunkt: ?
Vergaser: Schwimmerloser AMAL-Vergaser 10 mm
Hauptdüse: ?
Nadeldüse: ?
Nadelstellung: ?