Historie
Auch wenn bei der 1950 entstandenen Deutschen Bundespost das große Motto Typenbeschränkung lautete, so finden sich über die Jahre verschiedenste Mopeds, Roller und Motorräder, die im Kurierdienst unterwegs waren. Hauptsächlicher Grund für dieses Motto lag vorallem darin, dass man Instandhaltungs-, Lager- und Betriebskosten der Fahrzeuge sparen wollte.

Ähnlich wie bei den Fahrrädern der Post erhoffte man sich eine dauerhafte Zusammenarbeit mit einem einzigen Hersteller für motorisierte Zweiräder. Leider verlief der wirtschaftliche Verlauf auf diesem Gebiet etwas anders, sodass Nachbestellungen zuweil nicht mehr möglich waren und somit auf andere Firmen und Typen ausgewichen werden musste.

Das Einsatzgebiet der Maschinen lag größtenteils in der Eil- und Telegrammzustellung, bei der Briefkastenentleerung, bei Notdiensten und Inspektionen. Vereinzelt gab es auch graue Mopeds bei der Bundespost, die im Fernmeldedienst eingesetzt worden.

Die Zweiradbestände der Post spiegeln wunderbar die Entwicklungen auf dem Moped- und Rollerbereich der fünziger und sechziger Jahre wider. Die Bezeichnung "Moped" tauchte erstmals 1953 auf. Davor gab es hauptsächlich Fahrräder mit Hilfsmotor. Der Markt entwickelte sich schnell. Von den ersten Versuchen Anfang der Fünfziger entstanden in rascher Zeit soziusfeste Mini-Motorräder, die sich im Alltag bestens bewährten.

Bereits 1954 wurde mit der Zündapp Combinette 400 zum ersten Mal versucht, den Rahmen eines Fahrzeuges auf die großeren Lasten, die ein Postbote befördern musste, anzupassen. Auch der sogenannte "Päckchenkasten" kam bei der Zündapp Combinette 407 und beim Rabeneick Binetta I Lastboy zum Einsatz.

Mit dem Rabeneick Lastboy wurde dieses Prinzip 1958 erstmals im großen Stil durchgesetzt. In größeren Stückzahlen wurde das kleine Moped damals angeschaft. Bei der Übernahme der Firma durch die Nürnberger Hercules Werke, wurde das Konzept bis 1984 fortgesetzt. Dies mag verwunderlich sein, sieht doch der Lastboy wie ein typisches Moped der sechziger Jahre aus. Damals lief praktisch ein fabrikneuer Oldtimer vom Band.

Leider gingen die Postboten von damals nicht besonders sorgsam mit ihren Arbeitsgeräten um. Die meisten Mopeds wurden hoffnungslos überladen und zeigten dementsprechend schnell an vielen Stellen Materialermüdung. So kam es zu nach und nach zu immer mehr Ausfällen. Die Reparaturkosten erhöhten sich. Der Unterhalt wurde über die Jahre immer unrentabler für die Bundespost. Die 1976 eingeführte Helmpflich missfiel vorallem den weiblichen Mitarbeiten, weil ihre Frisur darunter litt. Es ist zu heutige Zeit eigentlich unvorstellbar, dass vor diesem Jahr selbst große Maschinen ohne Kopfschutz gefahren werden konnten. Die entsprechenden gelben Helme lieferte die Firma Römer.

Spätere Versuche in den achtziger Jahren, motorisierte Zweiräder wieder aufleben zu lassen, scheiterten. Weder die Puch Maxi, noch die Piaggio Vespa Si konnten an den Erfolg der Fünfziger und Sechziger anknüpfen.

Mit der Privatisierung der Bundespost 1995 suchte man nach neuen Wegen der Postbeförderung. Bei Packeten und Päckchen setzte man seither nur noch PKWs und LKWs ein. Auf dem Zweiradmarkt wurden von verschiedenen Firmen Prototypen von Fahrrädern angefertigt. Seit dem Jahr 2000 setzt die Deutsche Post AG elektrokraftunterstützende Fahrräder der Firma Biria ein. Roller und Mopeds werden wir hier in Deutschland wohl nur noch als Oldtimer sehen.

Anders hingegen schaut es z.B. in Italien aus. Hier werden noch immer Vespas im Postdienst eingesetzt. In Schweden ist jedoch die Zeit der gelben Mopeds leider auch schon lange vorbei.