Neuanfertigung eines Schlüssels
Hier geht es um die Neuanfertigung eines Schlüssels für ein GeWu Schloss, wie es an vielen Zündapp Zweirädern verbaut ist. Gerade weil man die einzelnen Teile des Schließkolbens so gut sehen kann, war das ein Kinderspiel.

Den passenden Schlüsselrohling gibt es bei der Firma Börkey (www.boerkey.de), Schlüssel-Nr. 598 L.

Ich fertige euch auch Schlüssel auf Anfrage an. Schreibt mir einfach eine Mail an info@postmoped.de.

Nachdem man das Schloss ordnungsgemäß und vorsichtig ausgebaut hat, geht es mit einem passenden Rohling weiter. Abhängig von der Art des Schlosses (es gibt Varianten mit 4 bis 6 Schließplättchen) muss er eventuell auf die kürzere Länge des Schließzylinders angepasst und abgefeilt werden. Wichtig hierbei ist, dass er lang genug bleibt, damit die Schließblätter erreicht werden. Beim Feilen des Schlüssels ist stets darauf zu achten, dass die Plättchen niemals bei eingestecktem Schlüssel oben mehr heraus schauen, als unten. Wenn man diesen Punkt erreicht hat, hat man den Bart zu tief gefeilt und muss es von Neuem versuchen.

Nun bietet es sich an, mit einem Stück Klebeband die Position der Schließplättchen auf dem Rohling zu markieren. Dafür muss der Rohling entsprechend über das Schloss gehalten werden. Danach feilt man sich ganz vorsichtig an jeder Position eine minimale Kerbe, die zur Orientierung genutzt wird. Dann braucht ihr ein Wenig Geduld und feilt mit Fingerspitzengefühl die Kerben in entsprechender Tiefe in den Bart des Schlosses. Achtet darauf, dass ihr nicht zu sehr in die Tiefe geht, weil ihr so den Rohling unbrauchbar machen könnt. Was einmal weg ist, kommt nicht wieder. Zwischendurch solltet ihr immer wieder probieren, aber dadurch, dass ihr in den Zylinder von oben und unten rein schauen könnt, ist es relativ einfach.

Irgendwann passt es. Wenn ihr die Kerben zu steil gemacht habt, wird der Schlüssel evtl. nicht sauber rein ins Schloss gehen. Das lässt sich aber durch gefühlvolles Abflachen der Kerben beheben. Bei mir kam dann am Ende noch das Problem hinzu, dass der Bart vom runden Teil des Schlüssels nicht weit genug entfernt war. Daher musste ich den hinteren Teil noch bearbeiten, damit er ins Schloss passt.

Die ganze Aktion hat 30 Minuten gedauert und lohnt sich definitiv.