Ethanol im Tank
Zitat aus dem Shell Handbuch für Motorrad-, Roller und Mopedfahrer 1957:
Thema Benzin, Seite 15ff

"... Alkohol (Ethanol) ist in verdünnter Form als Getränk genossen nicht unbedingt abzulehnen - soweit man zu Fuss geht. Es gibt Liebhaber, die ihm, innerlich angewendet, nicht wiederstehen können. Im Motor eines Alltagsfahrzeuges jedoch ist er nicht besonders angenehm. Anders würde die Sache bei Rennmaschinen liegen, denn Alkohol ist sehr klopffest und hat auch die Wirkung von großer Innenkühlung. Man nützt ihn also in Bahnrennmaschinen zur Steigerung auf Höchstleistung aus. Der Verbrauch einer auf Alkohol umgestellten Maschine steigt auf ein Vielfaches an, Wirtschaftlichkeit ist nicht mehr gegeben.
Wir würden den Fahren von Zweitaktern, deren Kurbelwellendichtung mit Simmerringen (Gummiringe mit Federeinlage) erreicht wird, von der Verwendung alkoholhaltiger Gemische - falls ihnen diese noch irgendwo angeboten werden - abraten. Der Vorteil der hohen Klopffestigkeit, also der hohen Oktanzahl, wird durch den Nachteil des vorzeitigen Undichtwerdens der Kurbelwelle meistens aufgehoben werden. Solche undichten Simmerringe führen zu Verlusten des Treibstoffgemisches und zum Abmagern, also zu hohem Verbrauch und zugleich zu hohen Motortemperaturen, und können sogar zu größeren Motorschäden heranwachsen. Es ist nur gut, daß gerade die Zweitakter nicht so Treibstoffempfindlich sind und daher dieser Treibstoffgemische nicht bedürfen. Man kommt in allgemeinen bei diesen Motoren mit den Grundtreibstoffen sehr gut zurecht. Motorrad-Viertaktermotoren kommen mit dem normalen Super gut aus..."