BMW R35
Das im Jahr 1937 erschienene Modell R 35 war ein Einzylinder-Motorrad aus dem Hause BMW, nach der steuerfrei zu fahrenden R 2 und der R 4 erschienen. Die R 35 war in der Leistung um 2 PS angehoben und im Hubraum auf 350 ccm modifiziert. Sie löste die R 4 ab. Auch dieses Motorrad zeichnete sich durch große Robustheit aus.

Eine Trockenkupplung und ein handgeschaltetes Vierganggetriebe bilden mitsamt dem Kardan den Antrieb. Das Fahrwerk besteht aus einem Stahlblechrahmen ohne Hinterradfederung, das Vorderrad erhielt eine neue Führung mit Teleskopgabel.

Dieses Motorrad wurde später in Eisenach gebaut und war der Ahn der auch in der späteren DDR bis 1955 weitergebauten EMW R 35 (Eisenacher Motorenwerk), die folgende Veränderungen gegenüber der BMW R 35 aufwiesen:
Die Vorderradfederung erfolgte bei dem Urmodell lediglich mit Spiralfedern, während die Gabel der R 35/3 zusätzlich ölgedämpft ist. Außerdem besitzt die Gabel der BMW R 35/1 Faltenbälge, die R 35/3 verfügt über Schutzhülsen.

Der Rahmen wurde in die Länge gezogen, von 2 auf 3mm verstärkt und mit einer gedämpften Hinterradfederung versehen, was auch ein neues Kardangehäuse erforderlich machte.

Weiterhin findet die Motorentlüftung bei der /3 in den Luftfilter statt, während bei der Ur-R 35 die Entlüftung über ein Röhrchen zwischen den Stößelschutzstangen in den Motorblock (Richtung Nockenwelle) führt.

Die Sättel sind unterschiedlich. Die BMW R 35/1 hat zwei Zugfedern an den Außenseiten des Sattels, während die EMW R 35/3 eine zentrale Feder hat, die auf Druck reagiert.

Ein weiterer Unterschied ist die Schaltung. Erfolgte diese bis zur (inoffiziellen) R 35/2 (SAG-BMW) per Hand am Tank (klassische H-Schaltung), wurde bei der EMW R 35 per Fuß sequentiell geschaltet, wie es heute Standard ist.

Die Bedienteile am Lenker wurden im Laufe der Modellpflege von Innenzughebeln auf konventionelle Außenzughebel umgestellt.

Weitere Unterschiede sind beim Rücklicht, der Abgasanlage und der Form der Kotflügel vorhanden.