Talbot & Co. Berlin "BliSpi"
Wer glaubt, in Spiegel integrierte Blinker seien eine Erfindung der 90er von BMW, Mercedes und Co. der sei eines Besseren belehrt. Bereits Mitte der 50er Jahre verkaufte die bekannte Firma Talbot & Co. aus Berlin Moped- und Motorradspiegel mit eingebauten Blinklichtern. Diese sieht man auf unzähligen historischen Bildern der Bundespost u. A. an DKW-, BMW- und Zündapp Maschinen. So waren diese Spiegel im Auslieferungszustand der Zündapp Bella R201 anfänglich fester Bestandteil.

Es gab drei verschiedene Typen: Der Erste hatte ein etwas bauchiges Blinkerglas aus Kunststoff in pfeilförmigem Profil in Spiegelrichtung, und geriffelter Form auf der Rückseite. Die Rückseite zierte der Schriftzug "Talbot & Co. Berlin" samt Prüfnummer (P6002). Die Befestigung am Fahrzeug erfolgt mittels Lenkerschelle.

Der zweite Typ durch ein muschelformiges Blinkerglas auf der Rückseite und ein flaches Glas auf der Spiegelseite aus. Um Spiegelunges des Blinklichtes zu vermeiden, befindet sich zwischen Spiegelglas und Blinklicht eine um 90° nach oben zeigende Aluminiumplatte. Die Befestigung am Fahrzeug erfolgt auch hier über eine Lenkerschelle, jedoch ist diese mit einem Schalter ausgestattet, der es erlaubt, den Blinker ein- und auszuschalten. Die Steuerung eines zweiten Blinkers über den einen Schalter ist nicht möglich. Auf der Rückseite findet sich wieder der Talbot & Co. Schriftzug jedoch fehlt die Prüfnummer. Die Spiegelfläche, die in allen Fällen leicht konvex ist, ist größer als bei Variante 1. Daher lassen sich die Spiegel vom ersten Typ mit keinem der Anderen austauschen.

Der dritte Typ scheint vor allem in Österreich verkauft worden zu sein. Die Gläserform der Blinker gleicht auf der Spiegelseite Typ 2, auf der Rückseite Typ 1. Das Aluminiumblech zur Reflexionsvermeidung findet sich hier ebenfalls. Die Blinkergläser sind jedoch deutlich dunkler eingefärbt, als bei den anderen beiden Ausführungen. Auf der Rückseite fällt auf, dass das Blinkerglas nicht wie bei den anderen Varianten verschraubt, sondern genietet ist und sich weder eine Prüfnummer, noch der Talbot-Schriftzug finden lässt. Die Fahrzeugbefestigung erfolgt mittels zwei Schrauben über einen breiten Sockel. Daher ist diese Variante für PKWs und Seitenwagen besonders geeignet.

Alle Spiegelköpfe lassen sich untereinander tauschen. Mittels Klemm-Mutter im Mittelteil lassen sich die Spiegel in der Länge einstellen. Zur Identifizierung des verbauten Leuchtmittels sind an der Unterseite Aufkleber mit der jeweiligen Betriebsspannung angebracht. Ein rundum durchdachtes Konzept.